Brände löschen, bevor sie entstehen
tde stattet die Berliner Feuerwehr mit zukunftssicherer passiver Infrastruktur aus

Brände löschen, bevor sie entstehen

Die Berliner Feuerwehr ist die größte Berufsfeuerwehr Deutschlands. Damit Rettungs- und Brandeinsätze auch in Zukunft reibungslos ablaufen können, wurde im Rahmen eines Modernisierungsprojekts die passive Netzwerk-infrastruktur im Serverraum erneuert. Die Netzwerkverkabelung von tde – trans data elektronik sorgt nun für Sicherheit auf allen Ebenen.

Die Berliner Feuerwehr ist maßgeblich für den sicheren Tagesablauf in der Hauptstadt verantwortlich. Über 500.000 Einsätze absolviert das Team im Jahr, Tendenz steigend. Dabei handelt es sich nicht nur um Brandeinsätze, denn mit 86 Prozent machen rettungsdienstliche Aufgaben den Großteil der Einsätze aus, gefolgt von technischer Hilfeleistung und Erkundungen. Die Berliner Feuerwehr beschäftigt dafür mehr als 6.600 Menschen im feuerwehrtechnischen Dienst, in der Verwaltung und als Nachwuchskräfte. Sie arbeiten in 35 Feuerwachen über das Stadtgebiet verteilt.

Damit die Berliner Feuerwehr auch in Zukunft zuverlässig auf Notrufe reagieren und Einsätze effizient koordinieren kann, braucht sie eine leistungsfähige und stabile IT-Infrastruktur. Doch im Laufe der Zeit hatte sich in den Serverschränken eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Erweiterungen angesammelt – eine komplexe Umgebung, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.

v.l.n.r. Marco Frank (Sachgruppenleiter), Martin Poetsch (Systemspezialist) und Marco Weise (Netzplaner)

Mehr Sicherheit im Serverraum

Die Serverschränke stammten aus den Jahren 1991 und 1992 und ließen sich aufgrund zahlreicher nachträglicher Ergänzungen an Kabeln und Komponenten nur noch mit Mühe und im Team öffnen. Eine aktive Lüftung fehlte, die Klimatisierung war zu laut und falsch dimensioniert, und das Stromverteilungssystem beschränkte sich auf eine einfache Steckdosenleiste. Auf dem Kabelrost lagen Kupfer-, LWL-Patch- und Stromkabel ungeordnet nebeneinander; Kabelführungssysteme waren nicht vorhanden, was zu einem unübersichtlichen Kabelsalat führte. Wartungsarbeiten, Erweiterungen und Reparaturen wurden dadurch erheblich erschwert.

Als Teil der kritischen Infrastrukturen unterliegt die Berliner Feuerwehr strengen Sicherheitsstandards des VDI und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Diese betreffen den Schutz vor Sabotage, Verschmutzung sowie Schäden durch Wasser oder Brände. Darüber hinaus gelten die Vorgaben aus KRITIS, der DSGVO und NIS2. Der Zustand des Serverraums entsprach zu Projektbeginn jedoch in keiner Hinsicht den geforderten Sicherheitsanforderungen – weder betrieblich noch physisch oder informationstechnisch.

Modernisierung im laufenden Betrieb

Eine umfassende Erneuerung war unumgänglich. Da die Berliner Feuerwehr zu den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gehört, konnte die IT-Infrastruktur nicht einfach abgeschaltet und ersetzt werden. Das System musste während des laufenden Betriebs funktionsfähig bleiben, um die uneingeschränkte Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sicherzustellen.

Für die Umsetzung holte sich die Berliner Feuerwehr professionelle Hilfe ins Boot. Das Dortmunder Unternehmen tde – trans data elektronik übernahm die Lieferung der passiven

Im Vordergrund: Martin Poetsch (Systemspezialist); im Hintergrund Marco Frank (Sachgruppenleiter)

Netzwerkkomponenten. Das Team unterstützte die Feuerwehr zudem bei der Systemauswahl und plante die Bestückung der Racks. Für die arbeitsschutzkonforme Ausstattung des Betriebsraums beauftragte die Berliner Feuerwehr zudem das Unternehmen WISAG.

Im Rahmen des Projekts wurde die passive Netzwerkinfrastruktur des Serverraums vollständig erneuert und konsolidiert, um eine normgerechte, strukturierte und hochverfügbare Grundlage für den IT-Betrieb zu schaffen. Zum Einsatz kam das tML-System von tde – ein modulares Verkabelungssystem mit ausziehbaren 19‘‘-Modulträgern für jeweils acht Module, Micro-Distribution-Innenkabeln mit 12F-MPO, TP-Trunkkabeln sowie MPO/MTP-Verbindungen. Das System ermöglicht die Kombination von TP- und LWL-Modulen in einem einzigen Modulträger und sorgt so für eine besonders hohe Packungseffizienz. Dank Plug-and-Play lassen sich alle Komponenten einfach vor Ort installieren. Sämtliche Bauteile werden von tde in Deutschland vollständig gefertigt und getestet.

Mit dem MPO-System erreichte tde eine außergewöhnlich hohe Packungsdichte von bis zu 96 LWL-Ports oder 48 Kupfer-Ports auf nur einer Höheneinheit. Besonders die Verkabelung mit tML-Micro-Distribution-Innenkabeln und acht 12-Faser-MPO-Steckern für jeweils sechs Ports bietet einen deutlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Einzel-Patches, Breakout- oder Inhouse-Verlegekabeln. Um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten und den laufenden Betrieb nicht zu beeinträchtigen, richtete die Feuerwehr die passive Netzwerktechnik parallel zum bestehenden System ein und migrierte die Dienste anschließend schrittweise.

„Wir arbeiten bereits seit 2021 mit tde im Bereich der passiven Netzwerkinfrastruktur zusammen. Daher war es uns wichtig, dass das neue System vollständig mit unserer bestehenden Lösung kompatibel ist. In diesem Projekt übernahm tde die Hauptverantwortung für die Planung, Lieferung und Auftragsabwicklung der gesamten passiven Infrastruktur – und hat diese Aufgabe zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt“, freut sich Marco Weise, Einsatzsteuerung IKT bei der Berliner Feuerwehr.

Es war eine Herausforderung, den hohen Anforderungen der Feuerwehr gerecht zu werden. Neben geprüfter Qualität, zuverlässigen Partnern, kurzen Reaktionszeiten und persönlicher Beratung spielte auch der Preis eine wichtige Rolle. Der Lieferant musste außerdem über ein nach DIN EN ISO 9001 und TL9000 zertifiziertes Qualitätsmanagement verfügen und durch ein Umweltmanagement nach DIN EN ISO 14001 nachweisen, dass die eingesetzten Produkte den Umweltzielen der Feuerwehr entsprechen.

„Wir produzieren und testen all unsere Produkte vollständig in Deutschland und garantieren deren Qualität. Normkonformität und technologischer Fortschritt schließen sich dabei nicht aus. Für die Berliner Feuerwehr haben wir eine zukunftsfähige, problemlos skalierbare IT-Grundlage geschaffen – und sie damit optimal auf kommende Anforderungen vorbereitet”, bestätigt Benjamin Kavianpour, Junior Sales Consultant bei tde.

Strukturierte Verkabelung schafft Transparenz

Die Modernisierung sorgte für eine deutliche technische Stabilisierung der IT-Basis der Berliner Feuerwehr. Die passive Infrastruktur wurde konsolidiert und auf den neuesten Stand gebracht und bildet nun eine stabile, normgerechte und betriebssichere Grundlage für den IT-Betrieb. Verfügbarkeit und Fehlertoleranz konnten spürbar verbessert werden. Das moderne Schranksystem, die strukturierte Verkabelung und die klare Trennung der Gewerke minimieren Ausfallrisiken und ungeplante Unterbrechungen. Darüber hinaus erhöht die neue Struktur die Transparenz und ermöglicht eine eindeutige Dokumentation. So lassen sich Fehler schneller analysieren und Wartungs- oder Erweiterungsarbeiten problemlos im laufenden Betrieb durchführen.

Das System ist nun optimal auf zukünftige Anforderungen vorbereitet. Die Modernisierung hat die Grundlage geschaffen, um künftig zu skalieren, höhere Leistungsdichten zu realisieren und technologische Weiterentwicklungen im Rechenzentrumsumfeld problemlos nachzurüsten. Auch die langjährige Zusammenarbeit mit tde zahlt sich aus: Durch den homogenen Netzausbau verringert sich der Schulungsaufwand für die Mitarbeitenden, und die Ersatzteilhaltung kann effizienter und schlanker gestaltet werden.

Nach vier Jahren Planung, Umbau, Einrichtung und Installation ging der Serverraum mit neuer Einrichtung Ende 2025 in Betrieb. „Wir sind sehr zufrieden mit der Modernisierung. Wir werden auch bei zukünftigen Projekten auf die kompetente Beratung von tde setzen”, freut sich Marco Weise.